Wer sich im Arbeitsalltag trotz voller Terminkalender unverstanden, ausgeschlossen oder sozial isoliert fühlt, ist damit nicht allein. Eine aktuelle Untersuchung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e. V. (ISS), gefördert durch den BKK Dachverband e. V., hat die Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) sowie vertiefende Praxis-Interviews analysiert. Das Ergebnis: Rund 18 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung ab 18 Jahren in Deutschland sind von Einsamkeitsbelastungen betroffen.
Das zeigt: Soziale Isolation und mangelnde Zugehörigkeit sind im modernen Berufsleben allgegenwärtig. Zwar schützt Erwerbstätigkeit grundsätzlich vor Einsamkeit – die Quote liegt deutlich unter der von Nicht-Erwerbstätigen (25 Prozent) –, doch entscheidend ist das Wie der Arbeit. Besonders gefährdet sind junge Beschäftigte in Übergangsphasen (z. B. Auszubildende), Menschen mit hoher Alltagsbelastung (Alleinerziehende oder Care-Arbeit-Leistende) sowie Personen mit geringer Subjektiver Gesundheit.